Warum ich Angst vor Frauen habe

Was ist das Machtverhältnis zwischen Männer und Frauen?

"Ich heiße Thomas Müller und ich habe Angst vor Frauen"

Das war mein Eröffnungssatz bei meinem Pecha Kucha Vortrag 2011. Obwohl ich heute meine eigene Geschichte erzähle glaube ich daß mein damaliges Problem auf viele wenn nicht auf die meisten Männer in irgendeiner Art und Weise zutrifft. Ich habe also Probleme mit Frauen. Und wer Probleme mit anderen hat hat Probleme mit sich selbst. Aber mein Motto ist: man muß dahin wo die Angst ist! Deshalb kann ich heute was erzählen.

Warum ist das überhaupt "schlimm"?

Warum ist meine Angst vor Frauen überhaupt relevant? Ganz einfach: weil ich Frauen schon immer toll fand. Total interessant! Diese geheimnisvollen, unerklärbaren und gleichzeitig faszinierenden und anziehenden Wesen. Aber gleichzeitig hatte ich immer Probleme mit ihnen, beginnend mit der ersten Frau in meinem Leben, meiner Mutter. "Wie lahm" denke ich mir beim Schreiben dieses Textes. Und doch ist es wahr. Dieses Problem war Angst. Sogar als ich schon über 30 war und wieder im Haus meiner Mutter einziehen mußte, war meine Angst noch da. Jedes Mal wenn ich ihre Schritte im Gang hörte. Hatte ich was falsch gemacht? Hatte ich nicht alles richtig gemacht? War ich nicht brav? Und später, je hübscher eine Frau war die ich kennenlernte, desto größer war meine Angst vor dieser Frau. Zumindest am Anfang :-) War es die Angst vor dem Unbekannten?

Frauen sind mächtiger als Männer

Ich wurde fast ausnahmslos von Frauen erzogen, und so ergeht es allen Jungs: Ob im Kindergarten - wo ich mit meinen Kumpels Mädels in der Bücherecke nackt ausgezogen habe (Kompensation!?) - oder in der Schule: Man liest bereits von der "Feminisierung der Gesellschaft". Frauen werden *immer mächtiger: und *das* macht uns Männern Angst. Dazu kommt eine riesengrosse typische männliche "Alltagsangst": Manche Männer ziehen lieber in den Krieg als eine Frau anzusprechen. Wußtet Ihr Frauen das eigentlich wie schwer uns Männern das fällt? Klar, ist aber auch egal, das ist nicht Euer Problem :-)
Ich behaupte daß Frauen generell mächtiger sind als Männer. Einfache Begründung: Frauen entscheiden ob Leben entsteht! Wie mächtig kann man noch sein? Sie waren also schon immer machtvoll. Zudem wächst ihr Einfluß in Beruf/Sport/Politik. Ein nicht besonders hochtrabendes aber praktisches Beispiel: 75% der Entscheidungen beim Autokauf werden inzwischen von Frauen gefällt - hab ich heute in der Zeitung gelesen. Manche Frauen nutzen ihre Macht auch aus (haben sie das von den Männern gelernt?). Die BILD-Kolumnistin Katja Kessler hat ein Buch geschrieben mit dem Titel "Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren." Ich habe das Buch nicht gelesen und weiß nicht ob das ironisch gemeint war oder nicht. Doch Howard hat immer gesagt: "in jedem Scherz steckt ein kleines bischen Wahrheit" ...

Was kann ich tun? Ahh, Geld = Macht!

Ich war in einer neuen Stadt. Single. Kannte fast niemanden. Und ich fühlte mich machtlos. Vielleicht war es auch Angst nicht (mehr) gebraucht zu werden. Alles keine guten Voraussetzungen um das zu kriegen was ich meinte haben zu müssen (als Problemlösung meiner eigenen Situation?): Eine Frau. Ein Spezl empfahl mir einen Online-Dating-Service. Das war übrigens ein Desaster: nach dem kostenlosen Probemonat und genau einer Anfrage aus Frankfurt (eine Mama mit 2 Kinder - ob die Entfernung nach Regensburg vielleicht ein Problem wäre? Ja. War mein Foto zu nett? Vielleicht *g*) hab ich's wieder gelassen. Viele Jahre zuvor war alles anders: Durch eine Erbschaft konnte ich die Kompensation mit Geld ausprobieren: was auch erstmal gut geklappt hat: schickes Auto, geile Wohnung, eigene Firma, Einladungen zum Essen und Reisen: hat funktioniert! Doch dann war die Kohle weg. Und damit das Machtmittel. Und damit alle Strategien welche ich bisher aufgebaut hatte. Aber wie sollte ich jetzt an Frauen rankommen? Ich versuchte alles - bis hin zu "Aufreißer-Techniken" aus den USA ("Pick Up Artists", kurz "PUA"). Diese Jungs argumentieren damit daß Frauen Männer manipulieren, also sei es nur recht und billig wenn man das andersrum genauso macht. Und sozusagen "die Waffen der Frauen" nutzt. Im Grunde geht es darum das eigene gefühlte Machtungleichgewicht im Bezug auf das andere Geschlecht auszugleichen. Meine Erfahrung: das meiste ist Show und Kosmetik, also nicht besonders nachhaltig. Ein paar witzige Sprüche lernt man. Aber es fehlte mir dabei etwas ganz Entscheidendes, das Ganze hat sich immer "leer" angefühlt. Und ich hab einfach nicht gecheckt was das war! Es hat mich fast wahnsinnig gemacht das ich das nicht rausfand. Denn mein Kernproblem - die Themen Selbstvertrauen und eigene Macht als Mann - blieben.

Männliche Macht

Vielleicht kommt aus der Historie die Angst der Männer davor daß die Frauen eines Tages zurückschlagen: der jahrhundertelange Machtmißbrauch des Patriarchat mit Geld, Einfluß oder körperlicher Überlegenheit hat vielleicht auch Wut und Rachegefühle erzeugt. Die Gegenbewegung kam mit Alice Schwarzer auf. Und heute haben Frauen - in Deutschland - zunehmend die Hosen an. Und sie sind es welche die Männer auswählen! Was wohl schon immer so war - als Mann kann man halt "nur" eine möglichst gute Bewerbung abgeben :-)
Schliesslich habe ich die Website MagickMale.com gefunden wo ich mich sofort verstanden fühlte - und der Typ namens Orlando hatte sogar schon eine Lösung! Die er aufgrund seiner jahrzehnte-langen Erfahrung selbst erarbeitet hat. Und durch die Arbeit an mir selber - an meiner Persönlichkeit - habe ich es langsam geschafft mich als Mann zu fühlen. Meine männliche Macht zu spüren! Das hat mich unendlich glücklich gemacht! Auf einmal konnte ich der weiblichen Energie etwas entgegensetzen - meine männliche natürlich vorhandene Kraft. Die immer da aber verschüttet - oder vielleicht besser gesagt "weg-erzogen" - war. Ich mußte sie nur freilegen.

Die große Chance für Männer und Frauen

Und heute haben wir eine super Chance: aufgrund der Stärken der Geschlechter die Aufgaben neu zu verteilen. Eine Unabhängigkeit für die einzelnen Frauen und Männer zu schaffen, aus der man heraus stark genug ist um auch mal schwach sein zu können. Ich finde finanzielle Unabhängigkeit als Basis schon mal wichtig (unter anderem deshalb bin ich auch ein Fan von passivem Einkommen). Doch entscheidend ist die Unabhängigkeit im Kopf. Was das für die Frauen bedeutet? Keine Ahnung :-) Für die Männer gilt: sei James Bond! Finde Deine Mission und bleib dran! Sei ein Kerl, heul nicht rum, schließe Frieden mit dem Tod. Und schenke Deine Liebe her. Aktiv und bewußt.
Zum Schluß noch eine schöne Geschichte - ich habe sie schon mal erzählt: eine meiner wichtigsten Lektionen habe ich beim Salsa gelernt: Als ich angefangen habe Salza tanzen zu lernen hatte ich garantiert immer nur dominante Mädels als Tanzpartnerin. Die haben nie das gemacht was ich wollte! Ich bin schier verzweifelt! Bis mir Haiko - mein Salsalehrer - in einem Nebensatz den entscheidenden Tipp gegeben habe: BENUTZ DEINE KRAFT! Also ich das dann getan habe und - in diesem Fall meine körperliche Kraft nutzte, meine Arme anspannte und den berühmten "Tanzrahmen" schuf - war alles easy: die Frauen haben gemerkt daß sie sich entspannen können - und ließen sich auf einmal führen! Salsa hat mein Leben als Mann verändert. Und ich lernte immer mehr super Frauen kennen.
Als eine Freundin von mir, die Susanne aus Wasserburg, heiraten wollte, hat sie mir im Internetcafe das Ergebnis ihrer Hochzeits-Sprüche-Recherche präsentiert was das Wichtigste ist: "Um mit einem Menschen ein Leben lang glücklich zu sein bedarf es zweier Dinge: Erstens: man muß den richtigen Menschen finden. Zweitens: man muß der richtige Mensch sein." Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg und ganz viel Selbstliebe!